Patientenaufklärung
Aufklärung zur Testosteron-Ersatztherapie (TRT)
Bitte lesen Sie dieses Dokument sorgfältig durch, bevor Sie den Anamnesebogen absenden. Es enthält wichtige Informationen über Ihre geplante Behandlung.
Was ist Testosteronmangel?
Testosteronmangel (Hypogonadismus) liegt vor, wenn der Körper nicht genügend Testosteron produziert. Die Diagnose wird durch mindestens zwei Blutabnahmen an verschiedenen Tagen (morgens nüchtern, vor 11 Uhr) bestätigt, bei denen ein erniedrigter Gesamt-Testosteron-Wert nachgewiesen wird.
Typische Symptome sind Müdigkeit, Antriebslosigkeit, verminderte Libido, Stimmungsschwankungen, Muskelschwund, Zunahme des Körperfetts und Konzentrationsstörungen.
Was ist eine Testosteron-Ersatztherapie?
Die Testosteron-Ersatztherapie (TRT) gleicht einen nachgewiesenen Testosteronmangel durch die Zufuhr von körperidentischem Testosteron aus. Ziel ist es, den Hormonspiegel in den physiologischen Normbereich zu bringen.
Häufige Applikationsformen:
- Intramuskuläre Injektion — z. B. Testosteron-Undecanoat (Nebido®) oder Testosteron-Enantat
- Transdermales Gel — z. B. Testogel®, Androgel® (tägliche Anwendung auf die Haut)
Die Wahl der Applikationsform erfolgt individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt und richtet sich nach persönlichen Präferenzen, Lebensstil und medizinischen Faktoren.
Erwarteter Nutzen
Bei bestätigtem Testosteronmangel kann eine TRT folgende Verbesserungen bewirken. Die Ergebnisse sind individuell und treten typischerweise über mehrere Monate ein:
- Steigerung von Energie und Antrieb
- Verbesserung der Libido und sexuellen Funktion
- Verbesserung der Stimmung und Reduktion von Reizbarkeit
- Zunahme der Muskelmasse und Kraft
- Reduktion des Körperfettanteils
- Verbesserung der Knochendichte (langfristig)
- Bessere Konzentration und kognitive Leistungsfähigkeit
Hinweis: Ein Ansprechen auf die Therapie ist nicht garantiert. Die individuelle Wirkung hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Feineinstellung der Dosis kann 3–12 Monate dauern.
Mögliche Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei jeder medizinischen Behandlung bestehen auch bei einer TRT Risiken. Die meisten Nebenwirkungen sind durch regelmässiges Monitoring kontrollierbar.
Häufige Nebenwirkungen
- Akne und fettige Haut — insbesondere in den ersten Monaten
- Wassereinlagerungen — leichte Ödeme möglich
- Stimmungsveränderungen — Reizbarkeit, erhöhte Emotionalität (v. a. bei Schwankungen)
- Vermehrte Körperbehaarung
- Reaktionen an der Anwendungsstelle — Rötung, Schmerz bei Injektion; Hautreizung bei Gel
Medizinisch relevante Risiken
- Hämatokrit-Anstieg (Polyzythämie) — TRT kann die Produktion roter Blutkörperchen erhöhen. Ein Hämatokrit über 54 % erhöht das Risiko für Thrombosen und Schlaganfälle. Wird bei jedem Follow-up durch Blutbild kontrolliert.
- PSA-Anstieg / Prostata — TRT kann den PSA-Wert erhöhen. Bei Männern über 40 oder mit Risikofaktoren wird der PSA regelmässig kontrolliert. Bei bestehendem Prostatakrebs ist TRT kontraindiziert.
- Kardiovaskuläres Risiko — Veränderungen des Lipidprofils (Abnahme HDL, Zunahme LDL) möglich. Das individuelle kardiovaskuläre Risiko wird vor Therapiebeginn bewertet.
- Fertilitätsminderung — TRT unterdrückt die körpereigene Testosteron- und Spermienproduktion. Dies kann zu vorübergehender oder dauerhafter Unfruchtbarkeit führen. Bei aktivem Kinderwunsch muss dies vor Therapiebeginn besprochen werden.
- Leberschäden — vorwiegend bei oralen Testosteron-Präparaten (in der Schweiz selten eingesetzt). Leberwerte werden im Rahmen des Monitorings kontrolliert.
- Schlafapnoe — TRT kann eine bestehende obstruktive Schlafapnoe verschlechtern.
Weitere mögliche Effekte
- Östrogen-Anstieg — Testosteron kann teilweise in Östrogen umgewandelt werden (Aromatisierung), was zu Brustempfindlichkeit führen kann
- Haarausfall — Beschleunigung einer erblich bedingten Alopezie möglich
- Hodenverkleinerung — durch Unterdrückung der körpereigenen Produktion
- Stimmvertiefung — in der Regel minimal bei physiologischen Dosierungen
Kontraindikationen
Eine TRT darf nicht durchgeführt werden bei:
- Bekanntem oder vermutetem Prostatakarzinom
- Brustkrebs beim Mann
- Schwerer unkontrollierter Herzinsuffizienz
- Hämatokrit > 54 % vor Therapiebeginn (ohne vorherige Abklärung)
- Unbehandelter schwerer obstruktiver Schlafapnoe
- Aktiver, unbehandelter Kinderwunsch (relative Kontraindikation — muss besprochen werden)
Der behandelnde Arzt prüft vor Therapiebeginn, ob Kontraindikationen vorliegen. Bitte informieren Sie uns vollständig über Ihre Vorerkrankungen.
Alternativen zur TRT
Folgende Alternativen können in Betracht gezogen werden:
- Keine Behandlung / Abwarten — Symptome können sich verschlechtern, aber die Erkrankung ist nicht unmittelbar lebensbedrohlich
- Lifestyle-Massnahmen — Regelmässige Bewegung, Gewichtsreduktion, ausreichend Schlaf und Stressreduktion können den Testosteron-Spiegel positiv beeinflussen
- Clomifen (off-label) — Stimuliert die körpereigene Testosteron-Produktion. Kann bei sekundärem Hypogonadismus erwogen werden, besonders bei Kinderwunsch
- HCG (Humanes Choriongonadotropin) — Kann die körpereigene Produktion unterstützen und wird gelegentlich ergänzend eingesetzt
Die Wahl der Therapie wird individuell mit dem Facharzt besprochen. Sie haben jederzeit das Recht, sich gegen eine Behandlung zu entscheiden.
Monitoring und Verlaufskontrolle
Regelmässige Blutkontrollen sind medizinisch zwingend und Voraussetzung für die Fortsetzung der Therapie:
- Jahr 1–2: Alle 3 Monate (Testosteron, Hämatokrit, PSA, ggf. Estradiol)
- Ab Jahr 3: Alle 6 Monate (bei stabilen Werten)
- Jährlich: Grosses Blutbild, Lipidprofil, Leberwerte, HbA1c
Wichtig: Ohne aktuelle Blutwerte kann kein Folgerezept ausgestellt werden. Die Kosten der Laboruntersuchungen tragen Sie selbst.
Im Rahmen jedes Follow-ups findet eine Video-Konsultation statt, in der die Ergebnisse besprochen und Anpassungen vorgenommen werden.
Besonderheiten der Telemedizin
Ihre Betreuung erfolgt telemedizinisch (Videokonsultation). Dies bietet Vorteile wie Flexibilität und Zeitersparnis, bringt aber auch Besonderheiten mit sich:
- Grenzen der Fernbehandlung — Eine körperliche Untersuchung kann telemedizinisch nicht durchgeführt werden. Bei Bedarf werden Sie an einen lokalen Arzt überwiesen.
- Mitwirkungspflicht — Sie sind verpflichtet, wahrheitsgemässe und vollständige Angaben zu machen und Ihre Laborergebnisse fristgerecht einzureichen.
- IT-Sicherheit — Wir setzen verschlüsselte Kommunikation ein. Dennoch bestehen bei digitaler Kommunikation grundsätzliche Restrisiken, die wir nicht vollständig ausschliessen können.
- Kein Notfalldienst — Swiss TRT bietet keine Notfallversorgung. Bei akuten medizinischen Notfällen rufen Sie bitte umgehend die Sanität (144) oder suchen eine Notaufnahme auf.
Kosten und Versicherung
Die Leistungen von Swiss TRT werden nicht über die obligatorische Krankenversicherung (KVG) abgerechnet. Alle Kosten sind vom Patienten selbst zu tragen:
- Erstkonsultation: CHF 200
- Therapie-Start: CHF 500
- Follow-up (pro Intervall): CHF 100
Zusätzlich fallen Kosten für Laboruntersuchungen (CHF 40–160) und Medikamente (CHF 30–80/Monat) an, die nicht von Swiss TRT erhoben werden.
Ihre Einwilligung
Mit dem Absenden des Anamnesebogens bestätigen Sie:
- Sie haben diesen Aufklärungsbogen vollständig gelesen und verstanden
- Sie wurden über Risiken, Nebenwirkungen und Alternativen informiert
- Sie hatten Gelegenheit, Fragen zu stellen (diese können auch in der Konsultation geklärt werden)
- Sie willigen in die Erhebung und Verarbeitung der für die Behandlung notwendigen Gesundheitsdaten ein
- Ihre Angaben im Anamnesebogen sind wahrheitsgemäss und vollständig
- Sie verstehen, dass diese Einwilligung jederzeit widerrufen werden kann
Hinweis: Die endgültige Entscheidung über eine Behandlung fällt erst nach der ärztlichen Konsultation. Das Absenden des Anamnesebogens verpflichtet Sie nicht zu einer Behandlung.
Haben Sie diesen Aufklärungsbogen gelesen? Dann können Sie jetzt den Anamnesebogen ausfüllen.
Anamnese starten →Dieser Aufklärungsbogen dient der Information und ersetzt nicht das persönliche Aufklärungsgespräch mit dem behandelnden Arzt. Die hier genannten Risiken und Nebenwirkungen sind nicht abschliessend. Individuelle Risiken werden in der ärztlichen Konsultation besprochen.
Quellen: Endocrine Society Clinical Practice Guideline (2018), European Association of Urology (2024), American Urological Association (2024), FMH-Standesordnung, Schweizerisches Medizinalberufegesetz (MedBG).